Elo-Rating im Fußball: Wie man Teamstärke fortlaufend schätzt
Ein Elo-Rating ist eine kompakte Kennzahl für die geschätzte Stärke einer Mannschaft. Die Grundidee stammt aus dem Schach: Nach jedem Spiel wird das Rating anhand des Ergebnisses und der zuvor erwarteten Leistung angepasst.
Definition: Ein Elo-Rating ist eine Zahl, die die relative Stärke einer Mannschaft beschreibt und nach jedem Spiel an das Ergebnis angepasst wird. Nur der Abstand zwischen zwei Ratings ist aussagekräftig, nicht der absolute Wert.
Erwartung und Ergebnis
Spielt eine hoch bewertete Mannschaft gegen einen deutlich schwächeren Gegner, ist ein Sieg weniger überraschend als umgekehrt. Ein unerwarteter Erfolg führt daher normalerweise zu einer stärkeren Ratingänderung. Die Größe der Anpassung hängt unter anderem vom gewählten K-Faktor und der Modellvariante ab.
In der klassischen Form ergibt sich der Erwartungswert der Mannschaft A aus E = 1 / (1 + 10(RB − RA) / 400). Bei 150 Punkten Vorsprung liegt er bei etwa 0,70. Der Wert zählt Siege als 1 und Unentschieden als 0,5, ist also keine reine Siegwahrscheinlichkeit.
Im Fußball sind Unentschieden, Heimvorteil und Torabstände besonders wichtig. Deshalb verwenden Fußball-Elo-Modelle oft eigene Erweiterungen. Zwei Websites können unterschiedliche Ratings ausweisen, obwohl beide den Begriff Elo verwenden.
Was ein Elo-Wert nicht aussagt
Ein Rating von 1.700 ist ohne Kenntnis der Skala nicht unmittelbar interpretierbar. Elo ist außerdem kein vollständiger Ersatz für Verletzungsinformationen, taktische Veränderungen oder aktuelle Leistungsdaten. Es reagiert auf vergangene Ergebnisse und kann bei stark veränderten Kadern verzögert sein.
Kombination mit xG
Ein Rating kann langfristige Teamstärke abbilden, während xG zusätzliche Informationen über Chancenqualität liefern kann. Ob die Kombination wirklich besser ist, muss ein sauberer Test zeigen. Mehr Variablen führen nicht automatisch zu besseren Prognosen.
Fazit
Elo ist besonders nützlich als nachvollziehbare Basislinie. Ein Football-Modell sollte zeigen können, ob zusätzliche Komplexität gegenüber einer solchen einfachen Grundlage tatsächlich einen messbaren Nutzen bringt. Unsere Vorgehensweise beschreibt die Methodik.
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