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Grundlagen

Wettquoten verstehen: Die implizite Wahrscheinlichkeit

Balken zeigen, dass die Quoten 1,50, 2,00, 3,00 und 4,00 impliziten Wahrscheinlichkeiten von 66,7, 50,0, 33,3 und 25,0 Prozent entsprechen.

Eine Dezimalquote beschreibt eine mögliche Bruttoauszahlung je eingesetzter Einheit. Sie lässt sich auch in eine sogenannte implizite Wahrscheinlichkeit übersetzen. Das ist hilfreich, um Quoten verschiedener Märkte mit einer eigenen Prognose zu vergleichen.

Definition: Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote ist der Kehrwert der Dezimalquote. Sie zeigt, welche Eintrittswahrscheinlichkeit der Preis rechnerisch unterstellt, inklusive eines Aufschlags des Anbieters.

Die einfache Umrechnung

Für eine Dezimalquote q lautet die Formel implizite Wahrscheinlichkeit = 1 / q. Eine Quote von 2,00 entspricht damit 50 %, eine Quote von 1,80 rund 55,6 % und eine Quote von 3,00 rund 33,3 %. Diese Werte sind zunächst nur mathematische Umrechnungen.

Warum die Wahrscheinlichkeiten oft über 100 % ergeben

Bei einem 1X2-Markt kann die Summe der aus allen drei Quoten berechneten impliziten Wahrscheinlichkeiten über 100 % liegen. Der Überschuss wird häufig als Overround oder Buchmachermarge bezeichnet. Er bedeutet, dass die Rohquoten nicht ohne Weiteres als faire Ergebniswahrscheinlichkeiten gelesen werden dürfen.

Beispiel für einen Dreiwegemarkt

Bei den rein hypothetischen Quoten 2,00 für Heimsieg, 3,50 für Remis und 4,00 für Auswärtssieg ergeben sich etwa 50,0 %, 28,6 % und 25,0 %. Zusammen sind das rund 103,6 %. Wie man die Marge herausrechnet, hängt von der gewählten Methode ab; eine einfache proportionale Normalisierung ist nur eine Möglichkeit.

Ausgang Quote Implizite Wahrscheinlichkeit Proportional normalisiert
Heimsieg 2,00 50,0 % 48,3 %
Remis 3,50 28,6 % 27,6 %
Auswärtssieg 4,00 25,0 % 24,1 %
Summe 103,6 % 100,0 %

Warum das für Modelle wichtig ist

Ein Modell muss nicht nur den wahrscheinlichen Sieger bestimmen. Es sollte nachvollziehbare Wahrscheinlichkeiten liefern, die mit den Marktquoten verglichen werden können. Der Vergleich ist nur sinnvoll, wenn Marktdefinition, Abrechnungsregeln und Zeitstempel übereinstimmen. Wie wir Modelle mit dem Markt vergleichen, steht in der Methodik.

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